Über mir der Himmel
ist wie immer lichtes Blau,
das seidene Innenfutter eines
dunklen und leeren
Universums der Stille.
©️ RKS 2023
Lyrik — Liebe, Schmerz, Glück Leben, Tod und die Frage nach dem Sinn. Prosa — Phantasie und Realität verschwimmen zu Geschichten, manchmal ganz ohne Realität. Über beide — Lyrik & Prosa — kann man nachsinnen, sich hineinfühlen. Alte und neue Sprache — alles, was die Worte hergeben. Und der Leser erweckt alles erst zum Leben. Herzlich willkommen! Robert K. Staege
Über mir der Himmel
ist wie immer lichtes Blau,
das seidene Innenfutter eines
dunklen und leeren
Universums der Stille.
©️ RKS 2023
Sonne lächelt durch
die blattlosen Schwarzerlen.
Hinter dem Ried
lautstarke Wortgeplänkel
kommunikativer Wildgänse.
Das Rauschen der Brandung
schleicht über die Salzwiesen daher.
Zwischen den Birkenstämmen
plötzlich vier Lauscher,
und kurz darauf zwei springend
ins Unterholz hastende Spiegel.
Der ganze Sumpfwald atmet
goldenen Winterfrieden.
©️ RKS 2023
dieses farblose meer auf
dem begriffe wie boote
segeln und dazwischen dunkel
ein weg in grauer borke auf
dem tage vertrocknen und
der alte häute öffnet für
gedanken und imaginationen
vom rande des universums
an dem laute mit worten
eingestickt im grau versinken
© RKS 2025
buntblattteppich
gänsezugschreien
herbstzeitlosblüte
kahlbaumskulpturen
tiefsonnenglanz
alleewindgetöse
waschküchennebel
herbstnasswolken
raureifgeglitzer
frostbissnächte
wintererwartung
©️ RKS 2017
Die Hundsrose in spärlichem
Herbstgelb mit roten Perlen
durchsetzt duckt sich
vor den Winden in
den Hang schon träumend
vom Duft neuer Blüten
© RKS 2024
Unter Wolkengrau
zieht Stadt um Stadt
am Fenster vorbei.
Unbeirrt lässt sich
der Strom von uns queren,
denn ihn kümmern
unsere Wege und
Ziele nicht.
Traurig stehen
die Bäume entlaubt.
©️ RKS 2025
Deine Gunst will ich erstreben,
was auch ferner kommen mag,
jedem Unbill hier im Leben
will ich trotzen Tag für Tag.
Wonne sind ja deine Blicke,
brächten sie mir einst auch Not.
Streben will ich nach dem Glücke,
selbst wenn Kummer darin droht.
Seh' ich deiner Augen Strahlen,
kümmert mich das Leiden nicht.
Wer gedenkt der Hölle Qualen,
sieht er solch ein himmlisch Licht?
©️ RKS 2020
Blasse Strophen
Vers um Vers
perlen im Dunkel
im Dunkel
der Nacht
sinken nieder
sinken
auf das Pflaster
das Pflaster
flüstert
lauthals
Mondlippengedichte
©️ RKS 2022
Bis sanft sich öffnet die Blüte,
die sprossende Knospe begleiten,
vom Sterne still lassen sich leiten,
der vor Äonen dort glühte?
Ach, es bleibt wohl manche Frage,
wenn man kraftlos wird und matt,
und zur Erde sinkt das Blatt
welk am End‘ der Lebenstage.
©️ RKS 2025
Großvaters Murmeln
im Garten zwischen den
Bohnen und Hochstammrosen
klammert sich an jedes
Blatt und versteckt
sich schließlich lächelnd
im Apfelbaum
©️ RKS 2025
Ich lieb’ des Waldes Einsamkeit,
wo leis’ im Grunde unter Bäumen
die kleinen Bächlein murmelnd schäumen
in trauter Abgeschiedenheit.
Ein Rehbock schreckt zu mancher Zeit,
dann wieder Stille in den Räumen,
dort ist der Ort zum Sinnen, Träumen, —
im Walde, von den Menschen weit.
Hier kommen andere Gedanken,
hier wird das Herz so froh und weit,
hier weichen Weh und Ach und Leid,
hier gelten nicht des Daseins Schranken,
hier schwinden Welt und Raum und Zeit …
— Ich lieb‘ des Waldes Einsamkeit!
© RKS 2024
(Triolett)
Was mir bieten Erd‘ und Meere,
ließ’ ich alles liebend gern!
Eins nur ist‘s, das ich begehre,
was auch bieten Erd‘ und Meere:
Aus des Himmels weitem Heere
dich, den einzig holden Stern!
Was mir bieten Erd‘ und Meere,
ließ‘ ich alles liebend gern!
©️ RKS 2024
Leer und lautlos steh‘n die Felder,
Nebel hängen in der Luft,
still ermattet liegen Wälder
karg entlaubt im Morgenduft.
Frost bedrängt die späte Blüte,
schwindend ist des Lichtes Macht.
Schauernd zieht mir durchs Gemüte
Ahnung naher Winternacht.
Grau ragt auf die Gartenmauer,
Krähen kreischen laut im Flug,
und mein Herz füllt sich mit Trauer …
Herbst, ich hab‘ von dir genug!
© RKS 2020