Jolante Szeghalmy (1895 - 1975)
Die Sprache
mochte manchmal wie
ein Widersacher erscheinen.
War sie doch seinerzeit,
dem Manne folgend ins fremde Land,
in dieser harten Zunge gelandet.
Doch ihre Güte ließ
diese gleichwohl sanfter werden.
Ihr Akzent verwandelte
das Harte in gesprochene Seide.
Und lächelnd gelehnt
auf die lieblose Brüstung
aus kaltem Beton,
begleitete sie ermunternd,
voll zugewandter Sanftmut
unsere kindlichen Spiele.
Ein Fels voller Liebe
in der harten Brandung
des Wirtschaftswunders.
Erst als älterer Herr
erfuhr ich, dass ihr Vorname
Jolante gewesen war, —
Veilchenblüte, wie passend.
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Jolante Szeghalmy (1895 - 1975) zog, ebenso wie meine Eltern mit mir, 1964 in einen neugebauten Wohnblock am Stadtrand meines niederbayerischen Geburtsortes. Sie war eine außergewöhnliche Frau, die ihr Vornehmsein in Einfachheit, Güte und Freundlichkeit kleidete. Sie war die Witwe des aus Miskolc stammenden, ungarischen Architekten Bálint Szeghalmy, der nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland emigriert war. Er verstarb in meiner Heimatstadt im Jahre 1963. Uns (zahlreichen) Kindern war Frau Szeghalmy gütig, liebevoll und zärtlich zugewandt, teilte unsere Spiele, begleitete uns in die nahen Wälder, und war beinah so eine Art „gute Fee“ mit bezauberndem Akzent. Ich habe sie nie vergessen.