Ich will in Demut sagen,
dass mir‘s nicht immer glückt,
die Dinge still zu tragen,
die mir das Leben schickt.
©️ RKS 2021
Lyrik — Liebe, Schmerz, Glück Leben, Tod und die Frage nach dem Sinn. Prosa — Phantasie und Realität verschwimmen zu Geschichten, manchmal ganz ohne Realität. Über beide — Lyrik & Prosa — kann man nachsinnen, sich hineinfühlen. Alte und neue Sprache — alles, was die Worte hergeben. Und der Leser erweckt alles erst zum Leben. Herzlich willkommen! Robert K. Staege
Ich will in Demut sagen,
dass mir‘s nicht immer glückt,
die Dinge still zu tragen,
die mir das Leben schickt.
©️ RKS 2021
Leise treib‘ ich
— mein Boot ist die Nacht —
traumwärts an fremde Gestade.
Der Wind weht die Dünen,
die Berge von Sand,
mir heulend auf all meine Pfade.
Dann prasselt der Regen
aus wolkigem Grau,
lässt alles Hoffen verschwimmen.
Aus Erde und Wasser,
aus Feuer und Luft,
hör‘ plötzlich ich wispernde Stimmen ...
Wie sehnt sich mein Geist,
der bange und müde,
nun heim nach dem sicheren Hafen!
Bald graut schon der Tag,
der Morgen erwacht, —
und ich habe noch nicht geschlafen ...
©️ RKS 2021
Alte Freundin Einsamkeit,
kamest leis‘ einst in mein Zimmer,
und wichst von mir seither nimmer,
machtest lang mir manche Zeit ...
Winktest mir nur grüßend zu,
sprachst, ich müsste dich nicht hassen.
Hast mich niemals mehr verlassen,
legtest dich bei mir zur Ruh‘.
Wär’ ich nun nach langer Zeit
plötzlich deinem Griff entrissen,
würd’ ich dich wohl gar vermissen,
alte Freundin Einsamkeit!
©️ RKS 2021
(Nach berühmtem Vorbilde)
Ist es Leiden nur und Jammer,
wenn der Tod uns wägt,
man uns hin in jene Kammer,
unsre letzte, trägt?
Oder weichen Schmerz und Kummer,
die das Sein geprägt,
und wir finden süßen Schlummer,
wenn die Stund' uns schlägt?
©️ RKS 2021
Bin in mancher stillen Stunde,
angetrieben von Verlangen,
seufzend vor mich hin gegangen
dort im kühlen Wiesengrunde.
Saß verzaubert wie im Traume,
unablässig dein gedenkend,
alle Sinne zu dir lenkend,
lang oft unterm Lindenbaume.
Doch vergeblich war mein Wähnen;
du bist lang wortlos fortgegangen.
Was mir blieb, war mein Verlangen,
— und der Heimweg unter Tränen.
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Oft scheint es mir, als wär' ich tot;
verglüht die Lust, dahin das Sehnen ...
Wie lange sich die Tage dehnen!
Und jeder ist voll eig'ner Not ...
Doch wenn mein Sinnen zu Dir schwebt,
kann ich voll Mühe mich erinnern,
dass dort kein Stein in meinem Innern,
nein, ein lebendig Herze bebt.
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Der Balzgesang der Hornagamen
bleibt lautlich in sehr engem Rahmen.
Sein strenges Pianissimo
macht lärmsensible Wesen froh. —
Sie werden kaum bis nie gestört,
weil man so gut wie gar nichts hört.
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(in Berlin)
Süßer, stiller Waldesfrieden,
Sehnsuchtsort im Lärm der Zeit,
in dir kann aufs Neu’ ich spüren,
wie du auftust alle Türen
meiner Seele weit, so weit.
Golden glänzt auf deinen Pfaden
milden Lichtes holder Schein.
Abseits von den lauten Gassen
möchte neuen Mut ich fassen.
Flöß‘, ach, flöße ihn mir ein!
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Welt in Weiß und Grau getaucht
Mondlicht brennt auf der Stirn
Ich neige sie zu den Worten
Eis und Tod und lange Nacht
Es zeigt die Kürze der Tage
Belastende Umstände der Horizont
Verschwimmt in weiß bedeckten Wiesen
Die schneeigen Lieder der nahen Nacht
Atme ich tief hinab in die Seele
Noch letzten Klang von Stimmen im Ohr
©️ RKS 2021
(Quatrain)
Will nun schlingen meine Arme
um dein steinern kaltes Bild,
bis sich dir der Leib erwarme,
Blut durch deine Adern quillt.
Bis des Steines starre Rinde
durch den Kuss der Liebe fällt,
und ich so Erfüllung finde ….
Nichts sonst will ich auf der Welt!
©️ RKS 2021
Ich schaue in des Kruges Tiefe,
erblick‘ darin den Himmel mild,
und plötzlich ist‘s, als ob da riefe
geheimnisvoll ein Zauberbild …
Ins Herz dringt lockend mir das Rufen,
weckt Sehnsucht, tief und voller Macht,
lässt sehen mich des Himmels Stufen,
und tausend Dinge reiner Pracht.
Dann fallen plötzlich meine Tränen
hinein, und löschen aus den Trug.
Da flieht das zauberische Wähnen, —
nur Wein glänzt dort! — mir ist‘s genug.
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(Quintain)
(Fünfzeiler, 3 Strophen, umarmende Reime)
So stille liegt der Hafen,
ein friedensreicher Ort.
Man hört kein einz‘ges Wort,
die Menschen alle schlafen,
der Mond strahlt sanft darein.
Nur oben, dort im Blauen,
in sternenstiller Nacht,
ziehet dahin ganz sacht
ein Schifflein wie an Tauen;
es treibt dahin allein.
Es fährt ganz leis durchs Dunkel
im nächtlich milden Schein,
zieht in den Himmel ein
bei lichten Sterngefunkel … —
So soll mein Tod einst sein.
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(Vierzeiler, 2 Strophen, Kreuzreime, wechselnde Kadenz)
Es dämmert drunten in den Gründen.
Der Tag wirft einen letzten Blick,
an dem die Berge sich entzünden,
und goldrot strahlt ihr Fels zurück.
In tiefer, roter Feuersglut
am Himmel sich die Wolken färben.
Und wie getränkt von heißem Blut
verblasst der Tag in stummem Sterben.
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Als du
das erste Mal
zu mir kamst,
war ich verloren.
Meine Augen
ließen dich ein,
und seither lebe ich
unter dem verzehrenden Atem
der Sehnsucht.
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(Sechszeiler, Paarreime)
Bin angefüllt mit vielen tausend Fragen.
Bin nur ein Mund, und kann so wenig sagen.
Bin nur ein Mensch, der seufzend Sehnsucht sammelt.
Bin nur ein Mund, der bittend vor Dir stammelt.
Bin mangelhaft, nicht Körper, nur Gesicht.
Bin nur noch Mund, der flehend zu dir spricht …
©️ RKS 2021
(3 Strophen, Vierzeiler, Kreuzreime, stumpfe Kadenz)
Verflogen ist des Sommers Pracht,
es schweiget schon die Nachtigall.
Fahl naht sich nun die Herbstesnacht
mit Nebelgrau und Blätterfall.
So fliegt auch hin des Lebens Tag, —
schon spür‘ ich einen kühlen Hauch.
Ich weiß, in meiner Seele trag‘
ich Blätterfall und Nebel auch.
Die Zeit entflieht, es wächst die Last,
mein Grün verwelkt zu dürrem Laub;
bin kurz nur auf der Erde Gast, —
und bald auf ewig Sternenstaub.
©️ RKS 2021