15.9.25

SEIN UND ZEIT

 (3 Strophen, Vierzeiler, Kreuzreime, stumpfe Kadenz)


Verflogen ist des Sommers Pracht,

es schweiget schon die Nachtigall. 

Fahl naht sich nun die Herbstesnacht 

mit Nebelgrau und Blätterfall. 


So fliegt auch hin des Lebens Tag, — 

schon spür‘ ich einen kühlen Hauch. 

Ich weiß, in meiner Seele trag‘ 

ich Blätterfall und Nebel auch. 


Die Zeit entflieht, es wächst die Last, 

mein Grün verwelkt zu dürrem Laub;

bin kurz nur auf der Erde Gast, — 

und bald auf ewig Sternenstaub. 


©️ RKS 2021 

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