Posts mit dem Label 2025 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 2025 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

6.9.26

ERKENNTNIS II

 

Der Raum geht, weitet sich, expandiert. 

Die Zeit vergeht, verdichtet sich, kontrahiert. 

Und ich bin an beide gebunden. 

Wen wunderte da meine Zerrissenheit?!


©️ RKS 2025 

20.1.26

ALS NEUBEGINN

 

wie wasser


in einem Bach verrinnen

meine Tage 

beginnen und enden

beginnen & enden

so wie ich

im Rauschen warte 

fast hoffnungslos

das Meer oder vielleicht

Godot beides 

kommt nicht

nur das Ende

erweist sich

als Neubeginn


©️ RKS 2025 


19.1.26

ERNEUT

 

Komm wieder dorthin

wo du niemals gewesen

Lass dich nieder dort

wo du immer warst 

Fühl‘ den Sand der Daseinsuhr

belebend durch die Finger rieseln 

Erneut kann nicht erstmals sein


Komm wieder

auf das grüne Gras

das über dich wuchs

Komm wieder

über das blaue Meer

das über dir wogte

Stille den Schmerz

der herzlosen Trennung

Erneut kann nicht erstmals sein 


Sag‘ mir neu

dass du da bist

Öffne neu die Tür

dass ich verstehe 

Sing‘ mir die Erinnerung

dass ich sie neu lerne

Erneut kann nicht erstmals sein 


©️ RKS 2025 


LÖWENZAHNGLEICH

 

Einfach einmal

hochspringen

und sich vom Wind

davontreiben lassen

fliegen in

eine neue Freiheit

ein anderes Sein 


©️ RKS 2025 


FORT IN ANDRES LICHT

 

Nacht löscht nach und nach die Lichter,

nur vereinzelt Lampenschein,

Dunkel hüllt jetzt immer dichter 

Wald und Feld und Häuser ein. 


Alle Welt hebt an zu schlafen, 

nur, — du ruhest nicht, 

zogest aus des Lebens Hafen 

fort in andres Licht. 


©️ RKS 2025 


EIN GANZES LEBEN

 

irgendwo

irgendwann

zwischen Vorher und Nachher

versickert die Zeit 

im Jetzt

und dort ist der Ort

an dem sich das Sein manifestiert

nur scheinbar zu greifen

immer flüchtig

immer in Eile

nie stillstehend

und doch ein ganzes Leben 


©️ RKS 2025 


TIEF IN DER STILLE DER NACHT

 

Tief in der Stille der Nacht

kommen so schwere Gedanken. 

Tief in der Stille der Nacht

gerät die Gewissheit ins Wanken. 

Tief in der Stille der Nacht, 

da ich gedachte zu rasten,

quälen mich Zweifel und Lasten,

kommen so schwere Gedanken,

gerät die Gewissheit ins Wanken. 

Tief in der Stille der Nacht …


©️ RKS 2025 


ERGEBUNG

 

Die hellen Sonnentage

geh‘n viel zu schnell dahin,

und bald stellt sich die Frage

nach Zukunft, Sein und Sinn. 


Wenn Schattenwolken treiben

über das Lebenstal,

so mag im Herzen bleiben

des Friedens lichter Strahl. 


©️ RKS 2025 


30.12.25

IRGENDWIE SELTSAM

 
Bin nicht Baum noch 
Stein habe Arme auch
Beine und undurchschaubare
Augen 

Wolken
spiegeln sich darin 
als wäre ich ein Tümpel
irgendwo in den
Wäldern 

©️ RKS 2025 

HALT IM UNGEWISSEN

 ich weiß nicht


ob du mich

heute beim Besuch

erkannt hast


drum hielt ich

sanft deine Hand

streichelte sie zärtlich


und in deinem Lächeln

erkannte ich mich

für dich


dabei erinnerte ich

gleich ein ganzes

Leben mit


©️ RKS 2025 


HILFESTELLUNG

 

Großmutter strickte immer 

Socken aus bunter Wolle 

für mich. Sie meinte,

damit käme ich viel

leichter durchs Leben. 

Es war auch so. 

Nicht wegen der Socken,

sondern aufgrund der Liebe,

mit der sie gestrickt wurden. 


©️ RKS 2025 


ZEIT DER REUE

 

Es ward mein Herze mir so weit,
da ich hier zu des Dämmers Stunde
alleine war in weiter Runde, —
geheimnisvolle Einsamkeit!


Es trieb hinaus mich auf die Gassen,
als Glocken riefen zum Gebet ...
Ich fragte mich, wie Dir‘s wohl geht,
seit ich dich damals hatt’ verlassen …


Da wurd‘ mir’s gleich ganz schauerlich, 
ich presst‘ mein Haupt in beide Hände,
eilt’ heim, wo bargen mich die Wände, —
und weinte lang und bitterlich. 


© RKS 2025


Überarbeitung des Gedichts aus dem Jahre 2020 


28.12.25

DIE VORSTELLUNG,



den Launen der Natur 

und ihrer Elemente

ausgeliefert zu sein,

macht mir weniger Angst als jene, 

den Launen der Natur

von Menschen in die

Hände zu fallen.


©️ RKS 2025 


NÄCHTLICHES RÄTSEL

 

Ich hört‘ bei Nacht ein Flüstern hier,

das raubte bald die Ruhe mir. 

Weiß nicht, was es mir sollte künden,

ob neues Hoffen, alte Sünden … 


In mir sich nun die Frage regt:

Was wollte das Geschick mir zeigen

mit Worten, die im Wind verweht,

um dann mich eisern anzuschweigen?


©️ RKS 2025 


RESSEMBLANCE



Manchmal saugt das Papier 

gierig jedes Wort 

aus mir heraus. 

Dann wieder weist es

mich barsch zurück,

verweigert jeden Kontakt. 

Doch zumeist wartet es

schüchtern ab, was passiert. 

Wir sind uns so ähnlich. 


©️ RKS 2025