Die Bilder
die wir mit Sprache
zeichnen,
sind uns Ausweg,
Fluchtmöglichkeit,
wenn sich die Wirklichkeit
verweigert,
die Phantasie weiterfliegt,
und wir einsam von
nichts als Worten
umgeben sind.
Aber sie sind
schweigsame Freunde.
© RKS 2023
Lyrik — Liebe, Schmerz, Glück Leben, Tod und die Frage nach dem Sinn. Prosa — Phantasie und Realität verschwimmen zu Geschichten, manchmal ganz ohne Realität. Über beide — Lyrik & Prosa — kann man nachsinnen, sich hineinfühlen. Alte und neue Sprache — alles, was die Worte hergeben. Und der Leser erweckt alles erst zum Leben. Herzlich willkommen! Robert K. Staege
Die Bilder
die wir mit Sprache
zeichnen,
sind uns Ausweg,
Fluchtmöglichkeit,
wenn sich die Wirklichkeit
verweigert,
die Phantasie weiterfliegt,
und wir einsam von
nichts als Worten
umgeben sind.
Aber sie sind
schweigsame Freunde.
© RKS 2023
Du beklagst diese
unfassbar unerträgliche
: Einsamkeit
und du weißt
nicht woher
sie stammt
Du bist aus Staub
dem Staub uralter Sterne
endlos entfernter + trauriger Sterne
die ihre Einsamkeit
mitsamt ihrem Kohlenstoff
weinend hinausspien in
die leeren Weiten
des Alls
Daraus bist du
zusammengesetzt
aus den Elementen
der Einsamkeit
Und doch ist
in dir immer noch
dies geheimnisvolle
: Leuchten
© RKS 2023
Verborgen ist das Denken
wie Blätter in den Knospen
Verborgen sind auch wir
unter demonstrativem Gefühl
Keiner sieht uns
Die Bleibe unsres Innersten
eine Burg aus Verborgenheit
Der sicherste Schutz sind
die offensiven Umarmungen
Keiner sieht uns
© RKS 2023
als wir innehielten
sank die Nacht herab
auf unsere Augen
Lider und Brauen
unter dem stillen
Murmeln des Mondes
zitterten die Blätter
wissend dass es Zeit ist
für warme Kleidung
während wir am Ufer zusahen
wie der Regen das Wasser
des Flusses durchlöcherte
als wir die immer gleichen Worte
in immer anderer Weise
aneinander vorbei redeten
ohne innezuhalten
sank die Nacht herab
© RKS 2023
An der Innenseite der Zeit
durchsteigen wir die Hohlräume
des Seins auf der Suche
nach dem uns Bekannten
Blind und taub
stürzen wir fallen
hinaus in den Kosmos
das Chaos und
zerrinnen im Nichts
Wenn wir nur endlich
mit dem Hammer
des wirklichen Erkennens
die Mauern durchbrächen
offenbarte sich uns
das echte Leben
©️ RKS 2023
Wir wissen nicht
: was war
Wir erkennen nicht
: was ist
Wir ahnen nicht
: was wird
Kein Stochern im Nebel
Kein Fischen im Trüben
Kein Stürzen ins Nichts
— ein Darintreiben
©️ RKS 2023
Einsamer Trabant
zieht vorausberechnete
Bahn bar jeder
— Regung
Ich schaue
über Offensichtliches
hinweg in deine
: Augen
© RKS 2023
Zwiesprache
im Schweigen
zwischen Werden
und Sein
zwischen Wiege
und Bahre
offen nach innen
nach oben
Antwort
fraglos
© RKS 2023
Über mir der Himmel
ist wie immer lichtes Blau,
das seidene Innenfutter eines
dunklen und leeren
Universums der Stille.
©️ RKS 2023
Sonne lächelt durch
die blattlosen Schwarzerlen.
Hinter dem Ried
lautstarke Wortgeplänkel
kommunikativer Wildgänse.
Das Rauschen der Brandung
schleicht über die Salzwiesen daher.
Zwischen den Birkenstämmen
plötzlich vier Lauscher,
und kurz darauf zwei springend
ins Unterholz hastende Spiegel.
Der ganze Sumpfwald atmet
goldenen Winterfrieden.
©️ RKS 2023
(15. November)
sie sperren euch weg
weil sie euch
furchterregend finden
euch mit euren
worten und gedanken
und sie vergessen dabei
dass sich gerade
worte und gedanken
nicht wegsperren lassen
ihr leidet
unter der angst
von typen
die nicht unterscheiden können
zwischen mensch und wort
zwischen sein und idee
denn über euch haben sie
anders als über die worte
: MACHT
©️ RKS 2023