Der Weg ist so weit und die Tage enteilen ...
Zähl’ bitte nicht die verrinnenden Stunden,
zähle auch nicht die uns trennenden Meilen, —
denn bin ich erst da, wird Dein Herze gesunden.
© RKS 2022
Lyrik — Liebe, Schmerz, Glück Leben, Tod und die Frage nach dem Sinn. Prosa — Phantasie und Realität verschwimmen zu Geschichten, manchmal ganz ohne Realität. Über beide — Lyrik & Prosa — kann man nachsinnen, sich hineinfühlen. Alte und neue Sprache — alles, was die Worte hergeben. Und der Leser erweckt alles erst zum Leben. Herzlich willkommen! Robert K. Staege
Der Weg ist so weit und die Tage enteilen ...
Zähl’ bitte nicht die verrinnenden Stunden,
zähle auch nicht die uns trennenden Meilen, —
denn bin ich erst da, wird Dein Herze gesunden.
© RKS 2022
Ich wachte auf in finstrer Nacht,
es strahlte hell die Dunkelheit
wie lichte, klare Morgenzeit
in wunderbarer Pracht.
Da so es mich in dieser Nacht
empor aus meinen Träumen riss,
hast Du, o Liebste, ganz gewiss
voll Sehnsucht liebend mein gedacht!
©️ RKS 2018
In den weißen Flecken
der Vernunft
grünt das Dunkel
und hofft darauf
unerforscht zu bleiben
©️ RKS 2022
möge ein Lichtstrahl
wo wir standen
gestern und heute
: leuchten
das Leben
unsere Hoffnung
die Zukunft
: entschatten
©️ RKS 2025
Aufheben
für später
Im Schweigen
bleiben
Zwischen
Himmel und Erde
Worte
verwahren
: in sich
©️ RKS 2022
Hinlegen
und lauschen
auf die Musik des Lichts
auf das Lied der Lüfte
auf den Gesang des Sandes
den Worten
Stille gönnen
im stummen Flug
der Gedanken
©️ RKS 2022
Schon als kleyne Kynder
essen vyele Ynder
weder Kyh' noch Rynder;
man sagt, das sey gesynder.
Doch mampfen dye Schlawyner
ohne Skrupel Hyhner.
Und auch fryscher Fysch
landet auf dem Tysch.
Gemyse, sagen Ynder,
sey aber noch gesynder.
Drum essen sye myt Grynsen
Erbsen, Bohnen, Lynsen ...
©️ RKS 2017
Ich lausche sinnierend gen Osten,
und suche in mir Poesie,
doch die Worte beginnen zu rosten,
verblassen, — und fort sind sie.
Drauf horche ich sinnend nach Westen,
vielleicht ist ja dort Poesie, … —
doch mit dessen wörternen Resten
gelingt mir Poetisches nie.
©️ RKS 2025
Nach einer Idee von 2022
Es hat in dunkel kalter Nacht
der Frost in Heimlichkeit gehandelt:
er hat das triste Dach verwandelt, —
der Reif beglänzt es voller Pracht.
©️ RKS 2024
Einmal möchte ich noch sinken
hin in jene Arme zart,
möcht‘ von diesen Lippen trinken
süßer Küsse Gegenwart.
Einmal Liebe noch durchmessen,
und mich ganz ihr geben hin, —
um dann selig zu vergessen,
was ich jemals war und bin!
©️ RKS 2025
Überarbeitung einer früheren Fassung von 2024.
Ich singe meine Klage
leis’ in die grauen Tage:
Die Seele matt, voll Müdigkeit,
drauß’ Nebel sich verdichten,
und, weil die Sonn‘ es nicht befreit,
kalt alles Bunt vernichten.
Die Bäume ohne Blätterkleid,
die Welt ist grau, — still steht die Zeit …
©️ RKS 2025
(Quintain)
Diese Zeilen mögen sagen
künftig dir auf Schritt und Tritt,
in den Nächten, an den Tagen,
wie so wild mein Herz geschlagen,
wie es an der Sehnsucht litt.
©️ RKS 2025
Aus dem Jahr 2019, jetzt überarbeitet.
Wir wissen nicht
: was war
Wir erkennen nicht
: was ist
Wir ahnen nicht
: was wird
Kein Stochern im Nebel
Kein Fischen im Trüben
Kein Stürzen ins Nichts
— ein Darintreiben
©️ RKS 2023
(Epigrammatisches)
Süßer Liebe zartes Band
macht zur Heimat jedes Land.
Wo man ihren Zauber misst,
alle Welt uns Fremde ist.
©️ RKS 2022
Wie sehr man jagt und kämpft und strebt, —
nur kurz währt unsres Lebens Zeit.
In manches Glück sich plötzlich webt
ein Schmerz, ein Weh, ein herbes Leid …
Und eilends ist in kurzer Frist
bald Tag um Tag vollbracht.
Wer weiß, wie nah‘ das Ende ist,
drum, Freunde, — Gute Nacht!
©️ RKS 2022
Nur für dich hat meine Seele Raum, —
alle andern Ziele sind versunken!
Du allein bist meines Lebens Traum,
nur für dich hat meine Seele Raum!
Was es sonst noch gibt, ist lauter Schaum,
der das Herz mir wirr macht und betrunken.
Nur für dich hat meine Seele Raum, —
alle andern Ziele sind versunken!
©️ RKS 2020