Urd blickt gleichgültig
im Ungenannten auf
frostigen Pfaden jagen
wirbelnd lauter modernde
Blätter im Irgendwo
des Herbstes rauschend
zu Boden gesunken
©️ RKS 2025
Lyrik — Liebe, Schmerz, Glück Leben, Tod und die Frage nach dem Sinn. Prosa — Phantasie und Realität verschwimmen zu Geschichten, manchmal ganz ohne Realität. Über beide — Lyrik & Prosa — kann man nachsinnen, sich hineinfühlen. Alte und neue Sprache — alles, was die Worte hergeben. Und der Leser erweckt alles erst zum Leben. Herzlich willkommen! Robert K. Staege
Urd blickt gleichgültig
im Ungenannten auf
frostigen Pfaden jagen
wirbelnd lauter modernde
Blätter im Irgendwo
des Herbstes rauschend
zu Boden gesunken
©️ RKS 2025
Es ist durch die Stille der Nacht
ein Klang mir zugeflogen,
und wieder fortgezogen.
Seither schwebt im Herzen ganz sacht,
als käm's vom sanften Winde,
ein Lied, das ich nicht finde,
weil's niemals ein Mensch hat erdacht.
©️ RKS 2024
endlose Waldwege
abseits vom undurchsichtigen
Gestrüpp der Erinnerung
die Umarmung der
Stille
©️ RKS 2025
Ohne Frage • von Schmerz
— zu Projektilen geformt : Tränen
auf hartem Fels • unverwittert
Dennoch • im Leben
— eingesperrt : Labyrinth
aus Gedanken • unzähmbar
©️ RKS 2025
unerklärliches Rätsel
tief und undurchsichtig
unbedachte Undenkbarkeit
unbewusste Bewusstseinsferne
Nichtsein das im Dunkel
ist — es träumt? …
©️ RKS 2025
Wessen Seele hat empfunden
diese süßeste der Wunden,
die da schlägt der Liebe Sehnen,
kennt das Glück und kennt die Tränen.
Manchmal brennt vor Schmerz die Kehle,
dann schwappt Lust durch Herz und Seele,
oft ein Nehmen, stets ein Geben, —
das ist Liebe, das ist Leben!
©️ RKS 2019
Langsam bricht der Tag
aus dem Schummer
Die alte Platane wirft
Krähenschreie in die Luft
Regen schraffiert den
Platz auf Hochglanz
Wind blättert Laub
auf das Pflaster
Zeit weicht auf
kommt ins Rutschen
©️ RKS 2025
Wenn Dunkel dräut, wenn flieht das Licht,
wenn es der Seel’ an Trost gebricht,
wenn ihr kein Stern der Hoffnung scheint,
wird manche Träne still geweint.
O dunkle Stunde, schwere Zeit,
da rasch vergehen Freud' und Lust,
da alles scheint durchglüht von Leid,
und Schmerz erfüllt die arme Brust!
Wie tröstet dann der Kerze Schein,
nimmt still den dunklen Kummer fort,
und flößt dir neu die Hoffnung ein:
Das Weh hat nicht das letzte Wort!
©️ RKS 2025
Eigentlich aus 2020, jetzt überarbeitet.
auf dem bunten Floß
der Phantasie dahintreiben
still fort bis jenseits
der Nimmerländer
durchs endlos weite
Meer der Träume
an die fernen Ufer
des du und ich
©️ RKS 2025
Schnee erhellt
mild die Nacht
auf dem Antlitz
weicher Geigenklang
sterngleich strahlend
Augen verglimmen
in der Finsternis
ein Heulen
fern
das Unbekannte
tief in uns
Zweifel
©️ RKS 2024
Hinlegen
und lauschen
auf die Musik des Lichts
auf das Lied der Lüfte
auf den Gesang des Sandes
den Worten
Stille gönnen
im stummen Flug
der Gedanken
©️ RKS 2022
Wild schäumend eilt dahin der Fluss,
der Himmel ist so grau wie Guss
und nirgendwo ein helles Band, —
ich suche bangend deine Hand ...
Ein Lächeln kommt auf dein Gesicht, —
und schon ist alles voller Licht!
©️ RKS 2020
(Triolett)
Ich schau‘ dich an und sprech’ ein leis’ Gebet,
dass nimmermehr du gehen woll‘st von hinnen.
Wenn Zweifel plötzlich nagend in mir steht,
schau‘ ich dich an und sprech‘ ein leis’ Gebet,
worin mein Herze bittet, hofft und ringt und fleht,
es mög‘ das deine bis in Ewigkeit gewinnen.
Ich schau‘ dich an und sprech‘ ein leis’ Gebet,
dass nimmermehr du gehen woll‘st von hinnen.
©️ RKS 2020
Einsamer Trabant
zieht vorausberechnete
Bahn bar jeder
— Regung
Ich schaue
über Offensichtliches
hinweg in deine
: Augen
© RKS 2023
Oft hört man in den Pyrenäen
die Schafe auf den Matten mähen.
Dort kann man aber auch entdecken,
wie Ziegen meckernd Mäuler lecken.
Es lässt der Krach von Ziegen, Schafen,
den armen Wandersmann nicht schlafen.
Die Basken tragen drum nebst Mützen
auch Stöpsel, die die Ohren schützen.
©️ RKS 2019
Zwiesprache
im Schweigen
zwischen Werden
und Sein
zwischen Wiege
und Bahre
offen nach innen
nach oben
Antwort
fraglos
© RKS 2023