Ungetrübt und unbeschwert
zieht die Sonne ihre Bahn.
Grüne Hügel schmiegen sich
in den kalten Märzwind.
Die Reste von Pfützen
sind bis zum Rand gefüllt
mit blauem Himmel.
Das Firmament scheint
in den Boden zu wachsen.
©️ RKS 2020
Lyrik — Liebe, Schmerz, Glück Leben, Tod und die Frage nach dem Sinn. Prosa — Phantasie und Realität verschwimmen zu Geschichten, manchmal ganz ohne Realität. Über beide — Lyrik & Prosa — kann man nachsinnen, sich hineinfühlen. Alte und neue Sprache — alles, was die Worte hergeben. Und der Leser erweckt alles erst zum Leben. Herzlich willkommen! Robert K. Staege
Ungetrübt und unbeschwert
zieht die Sonne ihre Bahn.
Grüne Hügel schmiegen sich
in den kalten Märzwind.
Die Reste von Pfützen
sind bis zum Rand gefüllt
mit blauem Himmel.
Das Firmament scheint
in den Boden zu wachsen.
©️ RKS 2020
Alte Häuser, enge Gassen,
fremder Zunge schöner Laut,
und wir saßen dort gelassen,
haben himmelauf geschaut.
Waren fremd zwar, wie vergessen,
hier der Heimat fern, — allein
haben allzeit wir besessen
tiefes Glück und Sonnenschein.
©️ RKS 2019
Als wir eng umschlungen gingen,
milde Lichter uns umfingen:
Sonnenpracht beim Untergang
glühte rot den Hang entlang,
golden spiegelten im Strome
Lichter sich vom Schloss, vom Dome,
von Frau Lunas Lichtgestalt
glänzten silbern Feld und Wald,
auf des Baches sanfter Welle
glitzerten die Sterne helle,
und du sahst so glücklich drein, —
das schien mir der schönste Schein!
©️ RKS 2020
du sagtest
es sei unnötig
man könne
seine Augen nicht austauschen
drum sei die
Sichtweise stets dieselbe
dann dachtest du
: nach und
hast schließlich entschieden
wegsehen
sei völlig falsch
aussehen
sei zu wenig
hinsehen
sei nur der Anfang
aber einsehen —
DAS wäre es!
©️ RKS 2024
Dieses Gedicht wurde in der Juni-Ausgabe des Jahres 2024 der Literaturzeitschrift
„eXperimenta - Magazin für Literatur, Kunst und Gesellschaft“ veröffentlicht.
Ich wandle hier auf still verschneiten Pfaden,
das Eis glänzt silbern auf dem kleinen See.
Wie muss ich mich der Tränen heiß entladen,
da ich zum ersten Mal alleine geh‘.
Wie sind wir gern gemeinsam hier gegangen!
Wir tauschten Küsse aus und Blicke viel;
jetzt nimmt die Sehnsucht mir das Herz gefangen. —
Ich gehe ohne Dich. Und ohne Ziel ...
©️ RKS 2019
Dieses Gedicht wurde in der Anthologie (Jahrbuch) der „Frankfurter Bibliothek“ der
Brentano-Gesellschaft des Jahres 2020 veröffentlicht.
O Du Glanz der Abendsonne,
der hinab dort steigt,
leucht’ des Lebens letzter Wonne,
da mein Weg sich neigt!
Frohe Lieder durft‘ ich singen,
hab‘ das Glück geschmeckt,
doch in manchem heißen Ringen
hat mich Schmerz erschreckt.
Freud‘ und Leid gab mir das Leben,
wechselnd war sein Lauf.
Ihr konnt‘ treue Lieb’ ich geben, —
dann nahm Gott sie auf.
Ach, wer weiß, wann‘s mag geschehen;
auf des Herren Wink
werd’ ich still zur Ruhe gehen, —
Sonne, dann versink‘!
©️ RKS 2018
Dieses Gedicht wurde in der Anthologie (Jahrbuch) der „Bibliothek deutschsprachiger Gedichte“ des Jahres 2018 veröffentlicht. Die hier gezeigte Version ist eine leichte Überarbeitung.
Wie liebe ich die Stunde,
wenn grad die Sonn‘ versinkt
und dort im weiten Runde
der Abendstern mir blinkt!
Dann führen mich die Pfade
gar oft den Strand entlang.
Es scheint mir eine Gnade,
hör‘ ich der Wellen Klang.
Ich möcht‘ mit keinem tauschen
im großen Erdenrund;
wenn nur die Wogen rauschen,
so ist mein Herz gesund.
Und kehr‘ bei Lunas Lichte
ich dann erfüllt zurück,
dann schreibe ich Gedichte
von Liebe, Meer und Glück.
©️ RKS 2019
Die Sonne sank sacht ob der Weite der Fluten,
die rein und still im Abendschein ruhten.
Sie sprach zum Meere: „Ach, wie sehr ich mich sehne
nach Deinem Glanze, Du strahlende Schöne!“
Sanft sagt‘ die See drauf: „Deine Worte sind hold,
doch zeige ich nur, was Du trägest an Gold!“
©️ RKS 2018
Ich hab’ in meinen Krug gegossen
im Walde kühlen Tau,
der honiggleich vom Zweig geflossen
ist dort im Morgengrau.
Mit Eifer sammelte ich leise
von Bäumen ernst und schlicht,
des Waldes nasse Tränenspeise
im frühen Tageslicht.
So such’ ich auch mit großer Mühe
Worte am Seelenstrand,
damit ich hab‘ des Morgens frühe
dann ein Gedicht zur Hand.
©️ RKS 2018
Ein ewiger Wille,
der alles erhält,
durchwaltet die Welt
und die nächtliche Stille.
Mein Sein reicht nicht hin
zu der Sterne Gewühle;
ich schweige und fühle,
wie nichtig ich bin.
©️ RKS 2020
(Erinnerung ans Berghaus)
Im Wald von allem Lärme weit,
da steht ein Häuschen klein,
und dorthin geht von Zeit zu Zeit
noch heut‘ das Sehnen mein.
Ich habe drin so manche Nacht
voll stiller Seligkeit
und linder Freude zugebracht
in meiner Kinderzeit.
Saß vor der Türe nächtelang,
um mich des Waldes Raum,
belauschte froh der Vögel Sang
und träumte manchen Traum.
Beim Wandern ohne Zwang und Zeit
durch Licht und Klang und Duft,
wie wurde da das Herz mir weit
im frischer Waldesluft!
Wenn ich zum Häuslein kam zurück,
ward meine Seele still.
Und dieses selig süße Glück
mein Herz auch heut‘ noch will.
O liebes, altes Häuselein,
der Seele Zufluchtsort
wirst Du für alle Zeiten sein, —
ich träum‘ mich zu dir fort!
©️ RKS 2019
(Quintain)
Wenn sie sich jauchzend froh erhebt,
und lässt den Tönen freien Lauf,
während überm Feld sie schwebt,
so schauet alles, was da lebt,
bewundernd still zum Himmel auf.
©️ RKS 2020
(Costa dels Tarongers**)
leis weicht sand
den nackten füßen
sanft spielt wind
an ohren und haar
monotones rauschen
versickert im gemüt
eine laute stille
infiltriert den geist
der blick verliert
sich im unendlichen
und die gedanken
fliegen in endlose weiten
Der Paseo — wie ausgestorben
in der Mittagshitze.
Selbst das Meer
wirkt ermattet.
Durch die geschlossenen
Fensterläden schleichen
unhörbar Sonnenlanzen,
wollen den Staub
zum Tanzen animieren.
Zeit und Leben
geben vor,
sie stünden still.
Nur deine
Atemzüge
bringen Bewegung
in die Szene.
©️ RKS 2022
Wie lieb‘ ich es, mein stiller, dunkler See,
wenn es der Ostwind wagt, dich anzuhauchen,
und ich am Ufer sinnend mich ergeh‘,
in deines Zaubers Tiefe einzutauchen!
Hier lagern Bäume, Moos und Felsen nur,
man hört kein Lärmen, und vernimmt kein Streiten,
weil nur das sanfte Tönen der Natur
verschönt im Waldesgrün die Einsamkeiten.
Die Buchen spannen sich wie Wände aus,
und Fichten still und voller Würde ragen
rings um dich her, um wie in Gottes Haus
den Säulen gleich, dein Himmelsdach zu tragen.
Wie magisch bist in Waldesnächten du,
geheimnisvoll, ein Buch mit tausend Siegeln,
wenn sich in dir voll tiefer, ernster Ruh‘
der Mond und alle Sterne silbern spiegeln!
©️ RKS 2022