Wenn wir mit der Seele lauschen,
hören wir die Liebe singen
und des Friedens Flügel rauschen,
fliegen aufwärts wie auf Schwingen,
und das Herz fühlt sich verwandt
Himmelskräften unbekannt!
©️ RKS 2020
Lyrik — Liebe, Schmerz, Glück Leben, Tod und die Frage nach dem Sinn. Prosa — Phantasie und Realität verschwimmen zu Geschichten, manchmal ganz ohne Realität. Über beide — Lyrik & Prosa — kann man nachsinnen, sich hineinfühlen. Alte und neue Sprache — alles, was die Worte hergeben. Und der Leser erweckt alles erst zum Leben. Herzlich willkommen! Robert K. Staege
Wenn wir mit der Seele lauschen,
hören wir die Liebe singen
und des Friedens Flügel rauschen,
fliegen aufwärts wie auf Schwingen,
und das Herz fühlt sich verwandt
Himmelskräften unbekannt!
©️ RKS 2020
(Epigrammatisches)
Leben —
ein kurzes Öffnen der
Augen in der Zeit
Tod —
ein kurzes Schließen der
Augen vor der Ewigkeit
©️ RKS 2023
(Sommerliche Szenerie)
Blaupfeile schweben
über den schlammigen Tümpeln
der sonnenverwöhnten Tongrube.
Gelbbauchunken tauchen ab
bei der geringsten Bewegung.
Nach erfolgreicher Jagd
genießt die Ringelnatter
ihr Sonnenbad, und lauscht
dem Gezeter der Rohrammer.
Ein Rehbock verschwindet
gemessenen Schrittes
zwischen den jungen Birken.
Das Heuschreckenorchester
sorgt für die musikalische
Begleitung, — und ist
plötzlich still ….
© RKS 2025
(Naturszene)
Der Ortolan singt
dem scheidenden Sommer
ein Abschiedslied.
Die Schatten
sammeln sich
am Waldrand.
Träge wälzt sich
der Fluss durch die Ebene.
Libellen schweben
rubinrot und lapislazuliblau
am Ufer entlang.
Ich lache und tanze
mit dem Spätsommerwind,
der die Blätter schon
vor den Herbststürmen warnt,
als fröhlicher Gast
im vergehenden Sein.
© RKS 2025
ich komme
ich gehe
ich fliege
wie die Mauersegler
Wind und Sonne
um mich herum
nur Freiheit
nur Leben
nur Traum
© RKS 2025
(Spiegelreim mit durchgehend stumpfer Kadenz)
Wenn im Dämmer letztes Licht
sich auf Buchenwälder legt,
fühlt mein Herz oft das Gewicht
jenes Fühlens, das sich regt,
und tief drinnen glüht und schwelt.
Dann wird mir der Geist beseelt,
aller Zweifel fortgefegt,
suche Worte, klar und schlicht,
die von Lieb' zu dir bewegt, —
und ich füg' sie zum Gedicht.
©️ RKS 2022
(Kreuzreime, wechselnde Kadenzen)
Zu seiner Nachtruh’ taumelnd zieht
ein letzter, sommermüder Falter.
Es singen froh aus Baum und Ried
die Vögel ihren Abendpsalter.
Noch lässt sich süß der Blütenduft
der Rosen aus den Gärten spüren,
und in der lauen Abendluft
sieht man den Fuchs nun heimwärts schnüren.
Was jetzt noch ruft und singt und zirpt,
verklingt schon bald mit letztem Tönen.
Im Westen stumm der Tag erstirbt,
um mit der Nacht sich zu versöhnen.
© RKS 2020
(Kreuzreime mit wechselnder Kadenz)
Der weite Himmel ohne Grenze,
die Sonne brennt wie Feuerglanz,
die Schmetterlinge feiern Tänze
mit wiegend leichter Eleganz.
Die Winde hüllen sich in Schweigen,
ermattet ruhen Berg und Tal,
kein Vogel rührt sich in den Zweigen, —
des Sommers strahlendes Fanal.
Oft bin ich in hellem Traum
selig unterm Lindenbaum
andachtsvoll gesessen.
Hab’ dort unterm Lindenbaum
allen Lebens wirren Schaum
traumerfüllt vergessen.
Durfte unterm Lindenbaum
in der Seele stillem Raum
sel’gen Frieden haben.
Nun bleibt noch ein letzter Traum:
Möcht’ dort unterm Lindenbaum
liegen einst begraben.
© RKS 2021
Heut‘ habe einen Friedhof ich betreten,
die Steine waren alt und stark verwittert,
sie hörten wohl Jahrzehnte niemand beten …
Ein Schauern hat das Herze mir durchzittert.
Ich schaute, und ich fand so manche Namen;
Erinnerung an sie schien längst verloren.
Wer weiß, wie diese all durchs Leben kamen,
und wo die sind, die ihnen nachgeboren …
Mir schien, als könnte ich ganz plötzlich fühlen
geheimnisvoll ein stilles, sanftes Beben,
und der Gedanke hub an, tief mich aufzuwühlen,
dass all die Namen fortan in mir leben.
Als wollte mir die Schickung schlicht erzeigen,
dass mein Erscheinen hier kein Zufall war,
fing ringsum die Natur nun an zu schweigen,
und auch das Licht schien eigenartig klar.
Ich sah im Wind die Gräser sinnend schwanken,
und musste mit den Vöglein innehalten,
um im Gedenken wortlos Gott zu danken
für sein geheimes, liebevolles Walten.
© RKS 2024
unter fremden sternen
schlendere ich dahin
kinder grüßen freundlich
verliebte singen lieder
irgendwo bellt ein hund
und als ich ahnungslos
um die straßenecke biege
kommt mir mein eigenes gesicht
plötzlich entgegen zwar
nur eine spiegelung
im schaufenster aber
immerhin etwas
vertrautes
© RKS 2024
die Zahl meiner Jahre
nimmt stetig zu und
hoffentlich werde ich
nur älter nie alt
will mich weiter verweigern
die Sprache zu misshandeln
sie einzuengen einzusperren
in Gefängnisse jedweder Art
sie ist es doch
die uns das Denken
ermöglicht aber
sie kann es uns eben
auch nicht abnehmen
ist unser Denken
weit und frei und offen
so werden es auch
unsere Worte unsere Sprache
unsere Herzen sein
© RKS 2025
Die Nacht geht
und wir wispern uns
letzte Geheimnisse zu
Der Waldkauz und ich
verstummen und lauschen
Irgendwo in tristen Gärten
flüstern die Toten
in schwere Träume
hinein ihren Schmerz
Niemand kennt die Wege
wandernder Zeiten
nur Baum und Stein
Aus duftendem Jasmin
die Stimme des Rotkehlchens
© RKS 2025
Unbewohnt
nur Fels mit Wald
einsam im Meer
wie ein verwaister Thron
keine Königin
keine Krone
nur die heiseren Schreie
von Möwe und Krähe
sie verbergen Geheimnisse
Wald und Meer
und Stein in
der Stille der Nacht
© RKS 2025