13.8.25

UN CIMETIÈRE ABANDONNÉ

 

Heut‘ habe einen Friedhof ich betreten,

die Steine waren alt und stark verwittert,

sie hörten wohl Jahrzehnte niemand beten …

Ein Schauern hat das Herze mir durchzittert.  


Ich schaute, und ich fand so manche Namen;

Erinnerung an sie schien längst verloren. 

Wer weiß, wie diese all durchs Leben kamen,

und wo die sind, die ihnen nachgeboren …


Mir schien, als könnte ich ganz plötzlich fühlen

geheimnisvoll ein stilles, sanftes Beben,

und der Gedanke hub an, tief mich aufzuwühlen,

dass all die Namen fortan in mir leben. 


Als wollte mir die Schickung schlicht erzeigen,

dass mein Erscheinen hier kein Zufall war,

fing ringsum die Natur nun an zu schweigen, 

und auch das Licht schien eigenartig klar. 


Ich sah im Wind die Gräser sinnend schwanken, 

und musste mit den Vöglein innehalten,

um im Gedenken wortlos Gott zu danken

für sein geheimes, liebevolles Walten.  


© RKS 2024

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