Halittar Duniya
Und das Wort schied nun die Wasser der Höhe von den Wassern der Tiefe, dass beide ihren Ort haben sollten.
Der Geist des Wortes, welcher Wort war, sprach zu den Wassern der Tiefe: „Fließt und sammelt euch an Orten, die ich euch zeige, damit man das Feste sehe!“ Und so versammelten sich die Wasser zum Meer, und noch immer eilen Flüsse dorthin. Wo aber die Wasser wichen, zeigte sich das Feste, das noch seines Namens harrte, welches wir heute Land nennen.
Abermals befahl das Wort, und die Inseln der Welt erhoben sich aus dem Meer, und die Winde, welche das Wort rief, erhoben sich, und trockneten lobsingend das Land.
Und der Geist des Wortes, welcher Wort war,
sprach zu verschiedenen Inseln: „Fahret dort gegen das Feste, und drängt es zurück!“ Also geschah es, und sie fuhren gegen das Feste bis ihnen das Wort Einhalt gebot. Und es falteten sich gewaltige Gebirge auf, die aller Kreatur die gewaltige Macht des Einzigen, Ewig-Ungenannten zeigen sollten.
Wiederum sprach der Geist des Wortes, welcher selbst Wort war, zu dem Festen: „Tue da und dort deine Haut auf, und lass dein Innerstes herausfließen!“ Also geschah es, und mit großem Donnern tat sich das Feste auf, und sein Innerstes floss rot wie Blut heraus, und verbrannte, was ihm im Wege stand. Doch alsbald erstarrte es, und türmte sich zu rauchenden Bergen auf.
Zu den Flüssen aus den Wassern der Tiefe sprach der Geist des Wortes, der Wort war: „Macht euch auf, und ritzt tiefe Kerben in das Feste, und tragt Erde fort mit euch, dass fruchtbares Land entstehe!“ Und also geschah es, dass Flüsse das Feste kerbten, selbst durch Berge schnitten, und fruchtbare Erde mit ihren Fluten überallhin trugen. Die mächtigsten unter ihnen schoben ihre Last bis weit in das Meer hinein.
Der Geist des Wortes, der selbst Wort war, sprach: „Das Feste lasse erstehen allerlei Bewuchs, kleinen und großen, der aus sich heraus Frucht trägt, und Samen in sich birgt!“ Und also geschah es, denn nichts kann dem Wort des Einzigen, Ewig-Ungenannten, und seinem Geist, der selbst das Wort ist, widerstehen.
Und abermals sprach der Geist des Wortes, welcher selbst Wort war: „In den Wassern der Tiefe, und auf dem Festen und den Lüften über dem Festen, bilde sich allerlei Getier, groß und klein, ein jedes nach seiner Art, welche fruchtbar seien und sich vermehren mögen!“ Und also geschah auch dies, da es der Wille des Einzigen, des Ewig-Ungenannten war.
Anmerkung des Übersetzers:
„Halittar duniya“
bedeutet in etwa ‚Die Erschaffung der Erde (oder Welt)‘.
Es ist teils schwierig, die volle Bedeutung der Worte in der Ersten (oder Alten) Sprache wiederzugeben, da sie seit ,Whakararuraru‘, der „großen Verwirrung“ nicht mehr gesprochen wird. Bei vielem ist der Übersetzer auf Vermutung und Intuition angewiesen, was seine Arbeit anfällig macht für Fehler. Das möge der Leser beachten.
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