Das Schatzkästlein
Neulich stieß ich auf einem Dachboden auf einen kleinen Behälter mit Klappdeckel, der aus poliertem Buchholz gefertigt war, und in ungelenker Schrift die Bezeichnung „Schatzkästlein“ aufwies. Der Inhalt schien mir so kurios wie wertvoll. Das Behältnis enthielt allerlei Bemerkenswertes:
Die getrocknete Essenz eines Traumes, und die Eierschalen eines längst wiedergeborenen Phoenix, das verwelkte Kelchblatt einer Kompassrose und die abgerissene Gürtelschlaufe von einer Wasserhose.
Weiters das kleine Bruchstück eines versteinerten Blickes, das gebrauchte Hufeisen eines Kentauren, sowie den kurzen Rest eines Gesprächsfadens.
Dann fand sich noch das unterste Steinchen eines Hochgebirges, der abgebrochene Fingernagel einer Oberhand und das Zepter eines Zaunkönigs, neben Hornspänen vom Minotaurus, fünf Haaren aus einem Feuerschweif, sowie eine Taschenuhr, die zu Sternstunden schlägt.
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