BIS JA BIS
es so weit ist
verrinnt die Zeit
die Rose erblüht
die Früchte wachsen
der Baum verdorrt
das Festgefahrene in
meinem Kopf sich löst
die Erkenntnis beginnt
im Herzen zu reifen
ich zu mir finde
Mensch wahrer
Mensch werde
©️ RKS 2025
Lyrik — Liebe, Schmerz, Glück Leben, Tod und die Frage nach dem Sinn. Prosa — Phantasie und Realität verschwimmen zu Geschichten, manchmal ganz ohne Realität. Über beide — Lyrik & Prosa — kann man nachsinnen, sich hineinfühlen. Alte und neue Sprache — alles, was die Worte hergeben. Und der Leser erweckt alles erst zum Leben. Herzlich willkommen! Robert K. Staege
BIS JA BIS
es so weit ist
verrinnt die Zeit
die Rose erblüht
die Früchte wachsen
der Baum verdorrt
das Festgefahrene in
meinem Kopf sich löst
die Erkenntnis beginnt
im Herzen zu reifen
ich zu mir finde
Mensch wahrer
Mensch werde
©️ RKS 2025
(Glücks-Superlativ)
Würde dich am liebsten
jeden Tag mehrmals verlassen,
nur um immer wieder in den
Genuss der Wiedersehensfreude
zu kommen, und dadurch
mein Glück noch zu steigern.
©️ RKS 2025
die Zeit
das Sein
: verfließt
das Gelebte
die Erinnerung
verrinnt ins Grau
entschwindet wie Sand
durch ein Loch
ins Ungreifbare
das eigene Sein
nimmt ab und ab
bis zuletzt
auch das Ich
verlorengeht
unwiederbringlich
werde mich hoffentlich
dennoch vermissen
©️ RKS 2025
im verschatteten
bleigrau schwinden
tage dahin gedenkend
im herzen scheinbar
besserer tage plötzlich
erinnerung sonne
kinderlachen schon
wieder vorbei
©️ RKS 2025
du gabst
richtig Gas
und gingst
zu weit
ich zog
mich zurück
und ging
fortan ohne dich
©️ RKS 2025
Wie rastlos erscheinen im Leben die Stunden,
welche, kaum uns gegeben, schon wieder entschwunden.
Glück und Leiden vergehen wie Schaum.
Der Tag, kaum begonnen, hebt an zu verblassen.
Das Leben und Lieben, das Nehmen und Lassen, —
flüchtig und nur ein vergänglicher Traum!
©️ RKS 2025
alles hier atmet
Verlassenheit zeigt
den Zahn der Zeit
kein menschlicher Bewohner
mehr weit und breit doch
auf den Resten der
dicken Bruchsteinmauern
sonnen sich Eidechsen
und Heuschrecken ersetzen
die Minnesänger alter Tage
am Fuße des ehemaligen
Bergfrieds blüht Löwenzahn
von oben her tönt der
spitze Ruf des Bussards
sonst nur totes Gemäuer
höchstens von Wanderern
vorübergehend belebt
vielleicht ein kurzes Nachsinnen
über Vergänglichkeit
©️ RKS 2025
Mit der Zeit
wird das Licht schwächer,
die Schatten nehmen zu.
Immer mehr Grau
schleicht sich ein in
verwelkende Tage.
Aus der schwarzen
Weite des Nachthimmels
glänzt dir ein funkelndes
Willkommen dennoch
entgegen.
©️ RKS 2025
Ich will hinan zum dunklen Tann
mit raschem Schritte streben,
dass dort es für mein Herze dann
mag Trost und Weisung geben.
Will all mein stilles, tiefes Weh
mit heißen Tränen klagen
dem alten Baum, dem Fels, dem See, —
und ihren Rat erfragen ...
© RKS 2021
Gleite im
Kahn der Stille
durch die grenzenlose
Zeit der Träume
Schweige mit
den stummen Buchen
über das glänzende
Heer der Sterne
Alte Worte
blühen in schimmernden
Stunden der Vergangenheit
Tonlose Klänge
fließen aus ungeahnten
Tagen der Zukunft
Irgendwo
im schwarzen Nichts
den Anker werfen
© RKS 2022
Auf der Kugel des Mondes
gleite ich lautlos über
: der Heimat Berge
Tropfe Glanz auf Bäume
benetze den Strom
mit Lichttau und Silberregen
: Nacht voller Magie
© RKS 2022
(Naturbegegnung)
verträumt
ganz in der Nähe
gleitet still der Fluss vorüber
der Specht trommelt
sein sanftes Stakkato
unter das Grün des Laubes
Singvögel stimmen im Chor
die Melodie des Waldes an
das Herz sucht fiebernd
nach dem Vertrauten
im Sonnenglanz schweigend
dem Geschwirr der Insekten
lauschend ein neues Sein
zu entdecken Frieden atmend …
©️ RKS 2025
(so seltsam)
Es ist so seltsam,
so seltsam still,
fast gänzlich lautlos,
wie mit Steinen beschwert.
Kein Schmetterling,
kein Vogel, nichts
fliegt durch das Tiefblau.
Dort am Walde
hängen tiefe Wolken
wie schmutzige Kissen.
Schwacher Nebel
legt sich über das Tal
wie verstaubte Spinnweben,
so seltsam,
so seltsam still,
gänzlich lautlos,
wie mit Steinen beschwert.
Der Mond schimmert fahl,
wie durch schlammiges Wasser,
und die Sterne sind unsichtbar,
wie gestohlen oder verdorrt.
Ganz seltsam,
ganz seltsam leise,
wie mit Steinen beschwert
dringt ein Ton heran.
Hör‘ nur!
Von ferne klingt es
wie ein Totenglöcklein,
so seltsam,
so seltsam schrill
wie mit Steinen beschwert.
Wer da wohl Abschied nimmt ...?
©️ RKS 2020