Plötzlich die schreckliche Nachricht:
Er ist ins Wasser gegangen
Und alle befürchteten wohl
zu Recht das Schlimmste
Als ich schließlich
aus der Wanne stieg
identifizierte ich mich
selbst im Spiegel
©️ RKS 2026
Lyrik — Liebe, Schmerz, Glück Leben, Tod und die Frage nach dem Sinn. Prosa — Phantasie und Realität verschwimmen zu Geschichten, manchmal ganz ohne Realität. Über beide — Lyrik & Prosa — kann man nachsinnen, sich hineinfühlen. Alte und neue Sprache — alles, was die Worte hergeben. Und der Leser erweckt alles erst zum Leben. Herzlich willkommen! Robert K. Staege
Plötzlich die schreckliche Nachricht:
Er ist ins Wasser gegangen
Und alle befürchteten wohl
zu Recht das Schlimmste
Als ich schließlich
aus der Wanne stieg
identifizierte ich mich
selbst im Spiegel
©️ RKS 2026
Es kamen jene Tage,
schwankend zwischen
Sonne und Nebel,
an denen man euch einzeln
an der Hand nahm,
euch hinführte in jene
schmerzhafte Verborgenheit.
Seither lebt ihr in mir,
Gestirne an der dunklen Wand
meiner Seelenkammer,
seid nicht in der Zeit,
aber im Herzen,
seid lebendige Erinnerung.
Und mit euch lebt in mir
das Gedenken, dass ihr einst
Lichter des Lebens wart,
als der kalte Hauch des Todes
mich in Dunkelheit hüllte,
und ins Schweigen drängte.
©️ RKS 2026
Der Weg ist kaum zu sehen,
und keiner, der ihn weist.
Du musst ihn dennoch gehen,
da du zum Hades reist.
In ungeahnten Stufen
führt hier der Pfad hinab
für dich, der du berufen
zum Tode und zum Grab.
Wie ähnelst du dem Laube,
das herbstlich niedersinkt.
Auch du wirst neu zum Staube,
den Mutter Erde trinkt.
Die Ahnen warten stille,
auch dir versiegt das Wort.
Und war‘s auch nicht dein Wille,
ziehst schweigend du hinfort.
©️ RKS 2026
Dieses Wort
hörst du jeden Tag,
in Lärm gehüllt war
es dennoch nicht vernehmbar.
Hör’ hin, hör‘ ganz genau hin,
bis du erkennst,
dass es dir neu ist,
weil deine Taubheit
erst jetzt geheilt ist.
©️ RKS 2026
Ich trage sie
unter der Zunge,
in der Nase,
hinter den Augen,
klebend in den Haaren,
verwirbelt in den Ohren,
auf blanker Haut
unter der Kleidung,
und zwischen den Fingern.
Immer sind da
Worte für ein Gedicht.
Nur ein Gedicht ist
nicht immer da.
©️ RKS 2026
da war ein laut
ganz unvertraut
ich hab‘ geschaut
mit gänsehaut
mich kaum getraut
zu hören
dies ungenierte röhren
es kam dort aus den föhren
schien niemand sonst zu stören
mich konnt‘ es nicht betören
war viel zu unvertraut
es ist dann abgeflaut …
©️ RKS 2026
1
die skelette der bäume
strecken
ihre knochen empor
das licht künftiger
tage
bereits jetzt antizipierend
2
ich sinke zu deinen
füßen
nieder schließe die augen
und warte vergnügt
träumend
auf den frühling
©️ RKS 2026
Versonnen bestaune ich
deine besonnten Augen
entdeckte darin
verbogene Balken
entstanden aus
verbogenen Wahrheiten
und plötzlich ist
da Blau und Wasser
ich versinke in mir
oder treibe in dir
bis selbst die Luft
atemlos über der
irisierenden Regenbogenhaut
in allen Farben verweht
©️ RKS 2026
Die schweigenden Tiefen
des nächtlichen Himmels
geben uns eine Ahnung
von der möglichen Weite
des Geistes.
©️ RKS 2026
Die Bilder
die wir mit Sprache
zeichnen,
sind uns Ausweg,
Fluchtmöglichkeit,
wenn sich die Wirklichkeit
verweigert,
die Phantasie weiterfliegt,
und wir einsam von
nichts als Worten
umgeben sind.
Aber sie sind
schweigsame Freunde.
© RKS 2023
Ging am Bach entlang und
sah einen Eisvogel
Schaute gleich zum Himmel
wegen der Polarlichter
Aber an den Bäumen
nichts als bunte Blätter
©️ RKS 2026
Sie dringen in
die kleinsten Ritzen
infiltrieren infizieren
Menschen Meinungen
Und auch ich
lebe in den Worten
genieße in ihnen
dahinzutreiben
fortgetragen zu werden
in Welten und Weiten
Wer weiß vielleicht
begegnen wir einander
©️ RKS 2026
* Panta rhei — Alles fließt (Heraklit zugeschrieben)