Grün vor Neid
blickte der Sommerweizen
auf die schreiend gelbe Pracht
der weitläufigen Rapsteppiche
Das Flüsschen aber
spiegelte sein leises Glänzen
wider es fand er stand
ihm einfach näher
©️ RKS 2026
Lyrik — Liebe, Schmerz, Glück Leben, Tod und die Frage nach dem Sinn. Prosa — Phantasie und Realität verschwimmen zu Geschichten, manchmal ganz ohne Realität. Über beide — Lyrik & Prosa — kann man nachsinnen, sich hineinfühlen. Alte und neue Sprache — alles, was die Worte hergeben. Und der Leser erweckt alles erst zum Leben. Herzlich willkommen! Robert K. Staege
Grün vor Neid
blickte der Sommerweizen
auf die schreiend gelbe Pracht
der weitläufigen Rapsteppiche
Das Flüsschen aber
spiegelte sein leises Glänzen
wider es fand er stand
ihm einfach näher
©️ RKS 2026
An einem Strande nah bei Kiel
Fritz Trauer in die Ostsee fiel.
Das war, von Fällen ohne Zahl,
der erste Kieler Trauerfall.
©️ RKS 2026
Das Licht
legt sich wie Staub
auf die Lidschwellen
perlt wie Tau
von den Fenstern
der Augen
während die Schatten
des Dunkels noch verharren
versuchend einander zu ertasten
vergeblich
©️ RKS 2026
einer vergessenen Girlande
strahlt auf im matten
Schimmer der Spiegelung
des Tones
herbstlich fallender Blätter
Der Tanz beginnt
©️ RKS 2026
Ein tonloses Summen
längst versunkener Melodien
aus irgendeinem Gestern
als ein Hauch
von Erinnerung
der Illusion
einer Hoffnung
verschwimmt im Sog
von Nebelklängen
in tausend Spiegeln
©️ RKS 2026
den Geschmack
die Süße
dieses Kusses
jedes Molekül
jedes Atom
jedes Quark
will ich genießen
auskosten
abspeichern für die
Illusion von Ewigkeit
©️ RKS 2026
Dieses andere
dieses besondere
Licht
Lavendelblau
Lebensgefühl
das ist doch nur
eine romantisch gefärbte
Sehensweise von
gleißender Sonne
dagegen anblühender Natur
Einsamkeit
die uns der Impressionismus
so nachhaltig einprägte
©️ RKS 2026
Klänge raunend
wie von Stimmen
sprachlose Laute
rinnen in den Spiegel
versickern im Endlos
ein Glühen
ein Brennen
wie von Feuer
treibt durch Nächte
blicklos
das Gestern
nichts weiter als
Rausch Traum
eines weiteren Tages
im Grenzgebiet zu einem Morgen
noch verborgen im Nichts
dem das Sein entsteigt
©️ RKS 2026
Mit der vermeintlichen
Kraft des Wortes
die offensichtliche
Gebrechlichkeit des Schweigens
überwinden wollen
Dabei sind
unsere Blicke
viel stärker als
jedes Schweigen
jedes Wort
©️ RKS 2026
Auf den Spuren
versunkener Zeit
Ruinen und Scherben
verweigern die Aussage
ich träume mich
durch Zeiten und Welten
bis endlich
Worte sprechen
©️ RKS 2026
schlage meinen Blick
an den Rand des Himmels
die Grenze der Zeit
ihm Raum zu geben
die eigene Brust
zu weiten den Weg
des Daseins rasch
zu durchmessen
überschreiten ankommen
und sich nicht einfach
mit diesem bisschen
Leben bescheiden
©️ RKS 2026
Frühling Sommer
Herbst und Winter
immer und immer wieder
über Jahre hinweg
wuchtete ich das Ding
nach oben stets
vergeblich aber es erfüllte
mich und meine grauen Tage
schienen weniger farblos nun
sind all meine Kräfte
aufgebraucht er kullert
wieder hinab ins Tal
meiner Seele wo es
eben begann
zu grünen …
©️ RKS 2026
mein Blick fließt
vom Auge durchs Fenster
bricht sich schäumend
an einer Arabidopsis
und versickert daraufhin
stumm im Uferkies
des Smalltalk
©️ RKS 2026
vor dem geöffneten Fenster
schloss ich die Augen
wer nichts sieht
muss nichts sagen
da hörte ich
wie die Türen zugingen
und doch blieben
Fragen offen
©️ RKS 2026