(Chronologisch zwischen III und IV)
Halittar al-Manusyah da
Sunay E‘na-Bubuwa
Der Einzige, Ewig-Ungenannte, sprach zum Geist des Wortes, der selbst Wort war, und zu den Fürsten und Wesen unter dem Licht der Höhe: „Lasst uns ein Wesen schaffen unter dem Licht der Tiefe, das uns gleiche, damit es herrsche über alles, was dort das Sein hat!“ Und der Fürst des Lichtes und der Weisheit widersprach dem Einzigen, dem Ewig-Ungenannten, und hob an: „Wie sollte so etwas nützlich und gut sein?! Wir können selbst über alles, was unter dem Licht der Tiefe ist, herrschen und es führen.“ Und ein Schatten legte sich über ihn, und das Licht wich von ihm, zum Zeichen, dass er nicht mit dem Willen des Einzigen übereinstimmte. Voller Trauer sprach daraufhin der Einzige, Ewig-Ungenannte, zu ihm: „Du bist geschaffen, eigenen Willen in dir zu tragen, damit du selbst entscheiden kannst, ob du mit unserem Willen übereinstimmen willst. Und dir war gesagt, dass wir unter dem Licht der Höhe nur eines Willens sein können. Mit deinem Wort hast du dich aus dem Licht der Höhe, das mein Licht ist, entfernt. Darum ist hier kein Ort mehr für dich. Wer sich deinem Willen anschließt, mag an deiner Seite bleiben. Weil du aber der höchste aller Fürsten bist, gewähre ich dir, dass du mich jederzeit rufen darfst, und ich werde dir mein Antlitz und Ohr zuwenden, doch du wirst fortan keine Gemeinschaft mit uns haben. So geschehe es!“ Und der Fürst der Heere und der Kraft ergriff mit seinen Heerscharen ihn, und die ihm treu waren, und schaffte sie aus dem Licht der Höhe. Nach dem Willen des Einzigen, des Ewig-Ungenannten, wurde ihnen ein Ort in den finstersten Tiefen der Erde, weit unter jedem Licht der Tiefe, zugewiesen, den die Erste Sprache als „E’mudo ar-Ditem’aùt“ bezeichnete.
Dann sprach der Einzige, Ewig-Ungenannte, zum Geist des Wortes, welcher Wort war: „Geh hin, nimm Erde und erschaffe ein Wesen, das uns gleiche, auf dass es den Dingen Namen verleihe, damit sie in Welt und Sein verbleiben. Es soll ihm alles unter dem Licht der Tiefe untertan sein, und er soll mit uns Gemeinschaft haben, wann immer wir im Licht der Tiefe weilen. So sei es!“
Da nahm der Geist des Wortes, der selbst Wort war, einen Klumpen Erde von der Stelle, an welcher sie am fruchtbarsten war, formte ihn zu jenem einzigartigen Wesen, das dem Einzigen, Ewig-Ungenannten in fast allem glich, sprach: „Zam‘a Manusyah!“, und blies ihn mit dem Hauch des Einzigen, Ewig-Ungenannten an, und das Wesen erstand zu Sein und Leben.
Und der Einzige, Ewig-Ungenannte setzte das Wesen in ein wunderschönes, fruchtbares Tal, das gelegen war zwischen den Flüssen ‚Ruw’an al-Hayaniya‘, welcher auch „Das Donnerwasser“ genannt wird, und im Süden fließt, dem ‚K‘ogindu Tse’, den man oft „Bergfluss“ (aber auch „Fluss der Jäger“) nennt, welcher im Westen fließt, sowie dem ‚K‘orema i-T‘sawo‘, welcher dort auch „der lange Grüne“ genannt wird, und der im Osten fließt. Diesen Garten nannte die Alte Sprache ‚L‘Ambun Al-Janna‘.
Und der Einzige, Ewig-Ungenannte sprach zu dem Wesen, das der Geist des Wortes, welcher Wort war, als ‚Manusyah‘ gerufen hatte: „Sieh, du bist geschaffen, dass du allen Dingen Namen gebest, auf dass sie in Welt und Sein bleiben. Du sollst ihr Herr sein, sie seien dir untertan. Dieses Tal soll dir Heimat sein. Der Geist aber des Wortes, welcher selbst Wort ist, soll dir alle Wesen und Dinge zeigen, auf dass du ihnen ihren Namen verleihest. Und jeden Abend will ich zu dir kommen, und die Welt mit deinen Augen betrachten, die Namen, welche du den Wesen und Dingen gegeben hast, in mich aufnehmen, damit sie auch in mir ihr Sein haben. Aber wisse: Dinge, denen du den Namen verweigerst, werden für alle Zeiten vergehen. Das Namenlose wird im endlosen Nichts versinken, und keiner wird sich dessen erinnern können. Doch in dich lege ich die Kraft, den Dingen mit ihren Namen Sinn und Sein zu geben. Diese Kraft in dir soll die Welt erhalten, wie ich sie für dich schuf. So sei es!“
Und das Wesen, das der Geist des Wortes, welcher selbst Wort war, erschaffen hatte, blickte auf und sprach: „Mein Name sei Botho. Dir aber, der du alles erschaffen hast, was war, was ist und sein wird, möchte ich deinen Namen in dein Ohr flüstern, und ihn dann für immer in meinem Herz verwahren, ihn meiner Zunge aber für alle Zeiten verweigern. Da du selbst Wort bist, kannst du niemals vergehen. Und mir sollst du der Einzige, der Ewig-Unbenannte sein, dass ich deinen wahren Namen niemals missbräuchlich nennen möge.“ Und er richtete sich auf zu dem Einzigen, dem Ewig-Unbenannten, und sprach: „Lass mich deinen wahren Namen nicht aussprechen, sondern erblicke ihn in meinem Geist, und verbirg ihn dann in meinem Herzen, dass ich in meinem Herzen dir stets nahe sei, ohne deinen (wahren) Namen zu nennen!“ Und der Einzige, der Ewig-Ungenannte berührte Bothos Stirn, und verbarg den Namen, den er für sich in dessen Geist erblickte, tief in dessen Herzen, und versiegelte ihn dort, sodass selbst Botho ihn dort nur lesen konnte, wenn sein Herz völlig rein und voller Liebe war.
Der Geist des Wortes, der selbst Wort war, und aus dem Einzigen, Ewig-Ungenannten hervorgegangen war, zeigte Botho alle Dinge und Wesen, die erschaffen waren, und dieser gab jedem Ding, es sei Stein, Pflanze oder lebendiges Wesen, seinen je eigenen Namen. Und des Abends kam der Einzige, Ewig-Ungenannte in das Tal L‘Ambun Al-Janna, vernahm die Namen alle, und nahm sie in sich auf, damit sie auch in ihm ihr Sein hätten. Und als Botho alle Dinge benannt hatte, sah der Einzige, Ewig-Ungenannte, dass damit die Welt vollkommen ins Sein getreten war, und sprach: „Nun ist alles, was unter dem Licht in der Höhe, im Schein des Lichtes der Tiefe ist, benannt und im Sein. Was im Licht der Höhe ist, in welchem ich lebe und walte, sollst du nicht benennen, denn es ist von mir und zu mir und durch mich benannt. Du kannst der Höhe, in der mein Licht ist, in welchem ich bin und walte, einem Namen verleihen, der dir zeigt, dass sie mir, dem Einzigen, Ewig-Ungenannten, auf Zeit ohne Zeit vorbehalten ist, auch wenn du sie allzeit zu sehen und zu erkennen vermagst.“ Und Botho nannte die Höhe, in der das Licht des Einzigen, Ewig-Ungenannten erstrahlte ,Awo-N‘orun‘.
©️ RKS 2026
„Halittar al-Manusyah da Sunay E‘na-Bubuwa“
bedeutet ‚Die Erschaffung des Menschen und die Namen der Dinge‘.
Anmerkung:
Die einzelnen Teile (I bis VI bzw. folgende) von
„Die Geschichte der Welt“ sollen später einmal zusammengefasst (und chronologisch geordnet) werden. Danach werden die Einzelabschnitte gelöscht werden. Noch stehen Verlauf und Ende nicht fest; weitere Informationen folgen noch.
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