16.1.26

BEI EINBRUCH DER NACHT

 

Letztes Licht des Tages noch

tief in die Augen gesogen

schon quillt aus allen Ecken

zum Dunkel der Nacht sich mehr 

und mehr verdichtender Dämmer


Helles ist nicht mehr zu erfassen 

und auch die Nacht zerrinnt

zwischen meinen Fingern ohne 

Rand ohne Kontur und Ufer

vom Dunkel selbst letzte Brücken 

überspült vom Undurchsichtigen bedrückt


Liege im Nebel des Ungreifbaren

an deiner Seite und wir sind allein

jeder in sich und der Nacht

treiben wir konturlos traumlos

unbegrenzt durch die stumme Zeit

während das Dunkel sich 

einem Paravent gleich oder

eher wie ein Riegel vor

unseren Horizont legt 


Schier endloses Warten 

auf das Lichten der Schatten

am Morgen


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