Mitfühlende Freundin
Wir saßen viele Male im
Schutz jener Blutbuche im Park,
lehnten an ihrem Stamm.
Sie schwieg selten, sondern
plauderte oft von früheren Zeiten,
manchmal ein leises Lied summend,
uns immer fröhlich zugewandt.
Wir sollten nie, — so bat sie, —
einfach an ihr vorübereilen,
sondern bei und mit ihr
innehalten, verweilen, träumen.
Eines Tages war alles verändert;
sie blieb zunächst stumm,
fragte dann sanft, warum
ich alleine gekommen sei.
Da mich die Worte verlassen hatten,
berührte ich nur ihre Borke,
und sie verstand sofort.
Die meisten Menschen nahmen
von deinem Tode keine Notiz,
sie aber begann voll Mitgefühl
zu rauschen, und wisperte,
wenn sie es könnte, würde
sie tagelang mit mir weinen.
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