13.11.25

SCHLAFES GEHEIMNIS

 

Ganz leise sinkt die Nacht hernieder

und stille wird es im Gemüt. 

Ich schließe meine Augen wieder,

da Hypnos‘ Blume mir erblüht. 


Sogleich hat Morpheus mich umstricket,

es öffnet Phantasos sein Tor, —

was nun mein geistig Aug‘ erblicket,

sah niemals noch ein Mensch zuvor!


Mich füllet Angst, und doch auch Wonne,

ich finde weder Rast noch Ruh‘!

Doch kurz bevor sich zeigt die Sonne,

deckt Lethe die Erinn‘rung zu. 


Am Morgen wühlt in meiner Seele

das Brennen still geahnter Pracht. 

Mein Herz, als ob ihm etwas fehle,

sehnt schon herbei die nächste Nacht. 


© RKS 2018



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