6.9.25

BESSER DRAN

 

„Beiderseits des Flusses leiden 

wiegend still zwei Trauerweiden, 

die sich mit den schlanken Zweigen 

sehnend zueinander neigen. 


Warum trennt der Fluss die Bäume, 

hindert ihre Liebesträume, 

weshalb lässt er nur die beiden 

so an ihrer Sehnsucht leiden?“


sprach betrübt ich dort am Strande, 

denkend Dein in fernem Lande.

Und ein Seufzer gab nun Kunde 

auch von meiner Herzenswunde. 


Ach, wie hart trennt oft der Raum 

in der Liebe Mensch und Baum.

„Wir stehn hier, — Du kennst die Reise!" 

wisperten die Weiden leise.


Jene beiden Ärmsten dort 

sind verwurzelt fest am Ort.

Ich kann irgendwann zurück, —

das ist unser beider Glück. 


©️ RKS 2020 

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