In Oświęcim*, Bełżec und Treblinka zu singen.
Der „Herrenmensch“ ist mein Bewacher,
mir fehlt es an allem.
Auf der grünen Au habe ich keinen Zutritt,
und frisches Wasser ist mir versagt.
Er peinigt meinen Körper und meine Seele.
Er jagt mich von der Straße um meines Namens willen.
Da ich im Tal der Todesschatten dahinvegetiere,
befürchte ich das Schlimmste, denn er ist bei mir.
Sein Stock und seine Peitsche züchtigen mich.
Er baut für mich einen Galgen
und stellt mich vor Erschießungskommandos.
Er beströmt mich mit Gas und flößt mir Gift ein.
Böses und Unbarmherzigkeit werden mich mein Leben lang bis zum Tode verfolgen,
und werde für immer kein Zuhause mehr haben.
©️ RKS 2020
Der Text ist angelehnt an den berühmten 23. Psalm. Ich schrieb ihn bewusst am 27. Januar 2020, dem 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz. Die vorangestellte „Vortragsanweisung“ gilt über die genannten Orte hinaus für alle Stätten, an denen Millionen von Menschen von den nationalsozialistischen Verbrechern gemartert und ermordet wurden.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen