Nach dem
Sturm im Wasserglas
kam es dort
aufgrund Starkregens
zu weitläufigen
Überschwemmungen
©️ RKS 2026
Lyrik — Liebe, Schmerz, Glück Leben, Tod und die Frage nach dem Sinn. Prosa — Phantasie und Realität verschwimmen zu Geschichten, manchmal ganz ohne Realität. Über beide — Lyrik & Prosa — kann man nachsinnen, sich hineinfühlen. Alte und neue Sprache — alles, was die Worte hergeben. Und der Leser erweckt alles erst zum Leben. Herzlich willkommen! Robert K. Staege
Nach dem
Sturm im Wasserglas
kam es dort
aufgrund Starkregens
zu weitläufigen
Überschwemmungen
©️ RKS 2026
alles jagt
so rasend schnell
durch die Zeit
habe beschlossen
mich zu verlangsamen
statt Lebenslauf
werde ich mich
für die verbleibende
Wegstrecke zu einem
gemütlichen Lebensgang
aufmachen und mir
Zeit nehmen
durchatmen
©️ RKS 2026
bin ich niemand,
der irgendwo
für irgendwen
irgendwelche
Vermutungen
anstellen könnte,
die irgendwie Klarheit
vermissen lassen,
aber das ist mehr
als ungewiss.
©️ RKS 2026
Sterne verglühen
fallen ins Nirgendwo
keine Asche
kein Laut
nur das Echo
einer Ahnung
dringt in die Wurzeln
des Worts
das die Nacht
verschlingt
©️ RKS 2026
Wenn der letzte Morgen kommt,
hat sein Abend andere Sterne,
und zur Nähe wird die Ferne,
wenn der letzte Abend kommt.
Wenn der letzte Abend naht,
gehst du in den ersten Morgen.
Dir erschließt sich, was verborgen,
wenn der erste Morgen naht.
Von dem Ganzen Teil zu werden,
fordert dich die Ewigkeit.
Sei ergriffen und bereit,
von dem Ganzen Teil zu werden.
Abend, Morgen werden eins,
alle Zeit ist aufgehoben.
Nur noch Rühmen, nur noch Loben,
werden Morgen, Abend eins.
©️ Georg Drosdowski
Der Weg führt auf des Todes Feld,
kein Lied durch Berg und Täler tönt.
Heiß aus der Seele Tiefen stöhnt
in Leid und Plage auf die Welt.
Bei dunkler Nacht kein Stern aufblinkt,
die Zukunft scheint nur leerer Raum,
das Leben bloß ein öder Traum,
von dem man in das Grab hinsinkt …
Die Hoffnung, welche Gott uns gab,
setzt voller Macht das Herz in Brand;
man schauet auf zum Himmelsrand,
und blickt weit über Tod und Grab.
©️ RKS 2026
Einen Pfad zu finden
schien aussichtslos hier:
Jungfichten, Buchen, Brombeerranken,
und andauernd regnete es …
Nasses Ahornlaub
auf Holztafeln,
die freilegende Hand
zerkratzten Dornen …
Wind wehte Tropfen herab,
ein leises Ächzen des Holzes,
gelb leuchtete die Lärche
gegen die grauen Wolken
©️ RKS 2026
der Beginn
das Leben ruft
in den tosenden Lärm
keiner lauscht
das Ende
der Tod ruft
in die nächtliche Stille
keiner lauscht
ohne Beginn
ohne Ende
das Sein schweigt
von Ewigkeit her
keiner lauscht
das Glück
geschäftig suchend
im Dunkel tappend
taub blind tastend
ahnungslos allesamt
©️ RKS 2026
ein verwunschenes Land
einstmals besungen
südwestlich der Berge
östlich der Welt
die wir kennen
unbekannte Gegend
jenseits der Mauer
diesseits des Denkens
kein Licht
kein Schatten
nur Stille
und jene Leere
welche die Seelen
verdorren lässt
und dennoch ist sie
Ziel der Unwissenden
©️ RKS 2026
Bin ein Wanderer, mir sind die Wege unbekannt,
vorwärts schreite ich ganz frei und unverwandt,
mit dem Stock und nichts sonst in der Hand.
Darf des Nachts mich auf dem Lager wiegen,
stehe morgens auf, wenn alle sonst noch liegen,
will den Weg und auch mich selbst besiegen,
hoffend, dass nach diesen harten Tagen allen,
dort am End‘ des Wegs und stetem Wallen
ich vor Gottes Thron beglückt darf niederfallen.
©️ RKS 2026
er sagte
er möchte am liebsten
eines Tages
mit ihr sterben
sie dachte
sie würde viel lieber
heute schon
ohne ihn leben
©️ RKS 2026
auf dem Friedhof
der Illusionen sind
die Gräber vorbereitet
das letzte ist
für die Hoffnung
die lange nicht
sterben will ich
kenne dieses Gefühl
wie mein Spiegelbild
es gleicht mir
und ist dennoch
niemals wirklich ich
©️ RKS 2026