Es zeigt sich mir hoch am nächtlichen Himmel
ein sanftes Drängen, ein Schieben und Dehnen,
als wären die Lüfte erfüllet von Sehnen,
in ziehender Wolken dichtem Gewimmel.
Es gleitet stumm und ganz ohne Hast
voll Majestät und Anmut ihr Flug
dahin in stetem, lautlosen Zug,
als wär‘ von Magneten er heimlich erfasst.
Und plötzlich spür‘ ich im mondfahlen Glanz
ein Drängen, ein Glühen und Brennen im Herzen,
als ob es gequält wär‘ von seltsamen Schmerzen,
als drehte die Seele selbst wild sich im Tanz.
Das innere Stürmen wird sanfter und milder,
ist ebenso rasch, wie es hatte begonnen,
den Sinnen entglitten, vergangen, zerronnen.
Ins Dunkel sinken die wogenden Bilder,
bevor noch den Sinnen gelingt ein Verstehen,
ein rasches, wenn auch nur ein flücht‘ges Begreifen.
Ich ahne das Fühlen ins Dunkel entschweifen,
der Zauber, die Bilder entflieh‘n und vergehen.
Verblasste Gefühle im Herzen nun gleiten
wie am Himmel die Wolken lautlos ins Leere.
Wie jene enthoben der irdischen Schwere,
zieh’n stille sie fort in die blauenden Weiten.
©️ RKS 2026
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